Hundeschule Teamwork Berlin


Führt Kommissar Rex zu mehr Beißunfällen durch Schäferhunde?

Eingestellt in Hunde-Verordnungen/Gesetze von astera am 7. Feb. 2010

Schäferhunde beißen am häufigsten zu

Gibt es Hunderassen, die öfter zubeißen als andere? Johannes Schalamon, Facharzt für Kinder- und Jugendchirurgie an der Meduni Graz, hat sich mit genau dieser Frage beschäftigt,und zehn Jahre lang sämtliche Daten über vierbeinige "Täter" und ihre Opfer gesammelt. Das Studien-Ergebnis: "Kinder werden am häufigsten von Schäferhunden gebissen." Im Untersuchungszeitraum wurden an der Klinik 341 Kinder mit Hundebissen behandelt, in 105 Fällen stammten sie von einem Schäferhund. "Das heißt aber nicht, dass diese Hunde besonders aggressiv sind", betont Schalamon.

Er führt das Ergebnis vielmehr auf das positiv besetzte Image dieser Rasse zurück: "Durch die Serie ,Kommissar Rex' nähern sich Kinder dem Schäferhund unerschrockener. Bei einem Rottweiler oder einem Dobermann halten die Menschen automatisch Distanz." Die Auswertung der Studie zeigt auch, dass in mehr als 70 Prozent der Fälle das Kind den Hund kennt, entweder aus dem eigenen Familienkreis oder aus der Nachbarschaft.

Egal, welcher Hund – Bissverletzungen haben durch das Infektionsrisiko eine hohe Komplikationsrate. "Rund ein Viertel der Patienten muss operiert werden, in einigen Fällen bleiben Spätfolgen wie Albträume oder Ängste zurück," sagt Schalamon.

Quelle: www.kleinezeitung.at


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Landesregierung hat sich über Kampfhundegesetz geeinigt

Eingestellt in Hunde-Verordnungen/Gesetze von astera am 8. Nov. 2007

Die Fraktionschefs Katrin Budde (SPD) und Jürgen Scharf (CDU) haben sich nach jahrelangem Tauziehen auf die Eckpunkte eines Kampfhundegesetzes in Sachsen-Anhalt geeinigt. amit ist Sachsen-Anhalt das letzte Bundesland, das ein solches Gesetz bekommt. Das Gesetz bestimmt die Hunderassen:

  • Pitbull-Terrier
  • American Staffordshire-Terrier
  • Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier

als gefährliche Hunde.
Für sie soll es Wesensteste geben. Wird ein Tier dabei auffällig, muss der Besitzer seine Sachkunde nachweisen und für den Hund gilt Maulkorb- und Leinenzwang.
Weiter soll das Gesetzt beinhalten, dass jeder Hund zur Identifizierung einen elektronisch lesbaren Chip eingeimpft bekommt. Außerdem wird jeder Hundehalter verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für seinen Hund abzuschließen.
Was sagen Experten aus unserer Region zu diesen Eckpunkten des Gesetzes, das voraussichtlich im Januar 2008 vom Landtag beschlossen werden soll.
Dr. Andrea Krüger, Amtsleiterin und Amtstierärztin des Burgenlandkreises: „Eigentlich ist so ein Gesetz nicht notwendig, zumindest, was die Bestimmung der Rassen anbelangt. Kein Hund wird als gefährliches Tier geboren. Wichtig ist die Erziehung der Tiere und die Zuverlässigkeit der Halter“, so Dr. Krüger.
Vorgesehen ist ein Wesenstest bei den Tieren. „Ein Wesenstest ist aufwändig und teuer und wird durch verschiedene Tierärzte, die einen entsprechenden Lehrgang absolviert haben, durchgeführt. Das eigentliche Problem liegt aber beim Tierhalter. Er hat seinen Hund so zu erziehen, dass sein Tier nicht bissig wird.
Die Rassenauflistung findet nicht meine Zustimmung, denn jeder Hund beißt, wenn er dazu erzogen wird. Zudem haben die Halter der genannten Hunderassen schon wesentlich höhere Steuern zu zahlen. Ich denke, dass durch dieses Gesetz die Rassen langsam aussterben werden. Im Gegensatz dazu begrüße ich die Absicht, dass jeder Hund einen elektronisch lesbaren Chip bekommt und jeder Hundehalter eine Haftpflichtversicherung abschließen soll“, so die Amtstierärztin. Dr. Andrea Krüger kennt in unserer Region nur einen Fall mit zwei American Staffordshire-Terriern, die mit einem Kind alleingelassen worden sind und ihm schwere Verletzungen zugefügt haben. Das war 1999 in Weißenfels. Die Tiere wurden eingeschläfert. Zur Kontrolle des Gesetzes müssten die Ordnungsbehörden mit den Lesegeräten ausgestattet werden. „Ich würde jedem Hundehalter empfehlen eine Hundeschule aufzusuchen oder in einen Hundeverein einzutreten. Hier lernt der Halter den richtigen Umgang mit dem Tier und außerdem trägt der Umgang mit anderen Hunden wesentlich zur Sozialisierung der Tiere untereinander bei. Außerdem sollte jeder Halter darauf achten, dass er sich einen Hund in der Größe anschafft, den er auch körperlich unter Kontrolle halten kann.
Für viele ist der Hund ein Familienmitglied. Aber als Rudeltier muss er seine Stellung innerhalb der Familie kennen.
Ich sage immer: Das letzte Kind hat Haare am ganzen Körper“, sagt die Expertin abschließend lachend.
Karin Spindler, Vorsitzende des Tierschutzvereins Naumburg und Umgebung e.V.: „Wir lehnen den Begriff Kampfhunde grundsätzlich ab. Das Gesetz dürfte nur die Menschen treffen, die ihre Hunde bissig gemacht haben. Uns da gibt es keine Rassentrennung. Das beginnt bei den Pinschern und endet bei den größten Rassen. Man kann nicht Tiere verurteilen, nur weil sie einen kräftigeren Fang haben. In Ordnung sind die Kennzeichnungspflicht mit einem Chip und die Haftpflichtversicherung. Vor allem sollten die Tierhalter zur Rechenschaft gezogen werden, die ihre Hunde schlagen und sie damit aggressiv machen.“
Hans-Jürgen Winter ist Vorsitzender des Vereins Weißenfelser Hundefreunde e.V.: „Schon allein die Darstellung der Tiere in der ersten Information hat mich auf die Palme gebracht. Die Tiere schauen gefährlich. Garantiert wurden die Hunde für das Foto bedroht, denn so schaut kein Hund. Derartige Bilder könnte ich auch von allen anderen Rassen machen. Die American Staffordshire-Terrier wurden in Amerika als Spielgefährten für Kindern gezüchtet und wir machen per Gesetz einen Kampfhund daraus! Kampfhunde als Rasse gibt es nicht. Ein Hund ist so, wie ihn sein Herrchen oder Frauchen erzieht. Das Problem steht also am anderen Ende der Leine. Darum würde ich es besser finden, wenn der damals diskutierte ‘Hundeführerschein’ abgelegt werden muss. Je nach Ausbildungsstand von Hund und Herrchen könnte die Hundesteuer gesenkt werden, so wie es in anderen Bundesländern schon lange erfolgt. Das wäre ein vernünftiger Anreiz. In Ordnung finde ich allerdings die angedachte Pflicht zur Kennzeichnung der Tiere und den Versicherungsabschluss.“ Das Gesetz verlangt also noch Nachbesserungen bevor es im kommenden Jahr beschlossen wird.
Quelle: supersonntag


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